Weg mit dem Bier-Patent – Nur Grüne stehen für eine Genussregion Oberfranken!

Es ärgert mich maßlos: Wer bei Sonntagsreden Bierkrüge hebt, sägt gleichzeitig in Brüssel und Berlin an den Lebensgrundlagen unserer heimischen Bierwirtschaft! Wir werden diese Doppelmoral nicht mitmachen. Wir Grüne sind gegen Gift, Gentechnik und natürlich auch gegen ein „Bierpatent“! Bitte lest meine Pressemitteilung dazu, die ich heute für Oberfranken verfasst habe.

Oberfränkische Spitzenkandidatin Lisa Badum kritisiert Große Koalition und CSU-Bezirksvorsitzenden scharf

Zur Gefährdung von 500 Jahre Reinheitsgebot sagt Lisa Badum, Bezirksvorsitzende und Spitzenkandidatin der Oberfränkischen Grünen:

Genussregion Oberfranken

„Oberfranken hat mit mehr als 200 Brauereien die höchste Brauereidichte der Welt. Bei uns haben Familien- und Traditionsbrauereien genauso ihren Platz wie Craft-Beer Experimente oder ausgefallene Sorten wie das Bamberger Rauchbier.

Darauf können wir stolz sein! Doch obwohl Alle von der Genussregion Oberfranken reden, so sind wir Grünen doch die Einzigen, die sich wirklich dafür einsetzen. Wirklicher Genuss geht für uns nur mit sauberen Böden, sauberem Wasser und sauberen Lebensmitteln. Ein Patent auf Bier lehnen wir ab, es ist das Gegenteil unserer kleinräumigen Strukturen in Oberfranken.

CSU lässt die Region im Stich

Doch obwohl unsere Tradition mit dem geplanten Biopatent auf EU-Ebene und damit auch mit einem möglichen Bierpatent massiv gefährdet ist, setzen sich die direkt gewählten CSU-Abgeordneten aus Oberfranken und an vorderster Front Bezirksvorsitzender Hans-Peter Friedrich nicht für unsere Region ein! Denn die Große Koalition hat die geplante Bundestagsdebatte zu Biopatenten schon zum zweiten Mal kurzfristig abgesetzt. Das Parlament hat somit keine Chance mehr, den für Mittwoch oder Donnerstag in Den Haag geplanten Beschluss der Vertragsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens (EPÜ) zur Auslegung des Patentierungsverbots für Tiere und Pflanzen zu beeinflussen.

Union und SPD wollen verschleiern, dass der geplante Beschluss eine große Mogelpackung ist. Die Wünsche der Industrie sind der Bundesregierung wichtiger als die Interessen von Züchtung, Landwirtschaft, Welternährung sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Privatisierung von Weizen droht – In Zukunft Carlsberg für Oberfranken?

Biopatente bedrohen unsere Ernährungsgrundlagen. Wenn Patente auf Braugerste und daraus hergestelltes Bier möglich sind, ist die Privatisierung von Weizen und Roggen nicht mehr weit. Eine eindeutige Klarstellung, dass das Biopatentverbot für alle konventionellen Züchtungen gilt, ist überfällig!

Mit ihrem Ja zum untauglichen Beschluss der EPÜ-Staaten gibt die Bundesregierung dem Bierpatent von Carlsberg und Heineken ihren Segen. Damit lassen die Parlamentarier die Bierwirtschaft in Oberfranken im Stich. Bündnis 90/Die Grünen werden diesen Ausverkauf der Region nicht zulassen!

 

Grüne Wanderung auf dem 5-Seidla Steig: 5 Grüne Geschichten!

  

(Autorin: Sylvia Hubele) Bei sonnigem Wetter waren die Grünen der Kreisverbände Forchheim und Bayreuth gemeinsam mit den Kandidaten für die Bundestagswahl auf dem Fünf-Seidla-Steig unterwegs, Susanne Bauer für Bayreuth und Lisa Badum für Forchheim. Fünf Seidla bei fünf Brauereien – das bot genügend Gelegenheit für allerlei grüne Themen.

Mathias geht nicht ohne Rucksack aus dem Haus

So ist Mathias Gräbner aus Forchheim beispielsweise nie ohne seinen Rucksack unterwegs. Er bekam schon als Kind Geld und Einkaufstasche in die Hand und achtet bis heute darauf, dass er mit möglichst wenig Verpackungen nach Hause kommt – die anschließend wieder entsorgt werden müssen. „Es ist vieles unnütz in Kunststoff verpackt“, findet er und kauft lieber beim Bauern um die Ecke, bei dem auch die Wege kurz sind.

Wo sind die Wildkräuter hin?

Gisela Schaarschmidt aus Igensdorf erzählt, wie die früheren Pilger für die Verbreitung von Knoblauchsrauke, Haselsträuchern und anderen Pflanzen sorgten, von denen sie unterwegs ernten und ihren Hunger stillen konnten. Sauerampfer, Gänseblümchen, Kornblumen und Kräuter sind auch bei einer Wanderung schnell gepflückt. Spritzen die Landwirte dagegen mit Glyphosat, können keine Wildkräuter mehr wachsen. Sie weiß auch, was sich gegen die lästigen Nacktschnecken im Garten unternehmen lässt: „Einfach die Stellen, an denen sie ihre Gelege haben, im Herbst mit heißem Wasser übergießen“. In ihrem Garten ist auf diese Weise wieder Schneckenvielfalt eingekehrt – fressen doch die Nacktschnecken die Gelege der anderen Schnecken

Kein Kirchturmdenken mehr!

Barbara und Volker Poneleit aus Igensdorf sinnieren über die Grenzen, die es zwischen den einzelnen Orten gibt – auch wenn sie nicht sichtbar sind. Nachdem die Gemeinden lange ihre Grenzen gewahrt haben, überwinden sie inzwischen das Kirchturmdenken und arbeiten interkommunal zusammen. So haben sich die Gemeinden Igensdorf und Weißenohe dazu entschlossen, ihren Bauhof gemeinsam zu errichten – und profitieren zugleich von der höheren Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Auch Bienen scheren sich nicht an Grenzen und fliegen bis zu einem Kilometer weit, wenn sie ihren Nektar sammeln: “Da reichen die dreihundert Meter Abstand, der zu genmanipulierten Feldfrüchten eingehalten werden muss, einfach nicht aus“.

In Gräfenberg steht eine Bahn, die allerdings nicht nach Forchheim, sondern nach Nürnberg fährt. Wie schwierig es ist, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Thuisbrunn zu gelangen, erlebten die Grünen im Vorfeld der Wanderung: Für das Anruf-Sammeltaxi hätte jeder 17,40 Euro bezahlt, wäre aber nur bis Gößweinstein gefahren. Erst nach einer Stunde Wartezeit wäre der nächste reguläre Bus bis Thuisbrunn gefahren. Emmerich Huber findet, dass der ÖPNV im gesamten Landkreis besser ausgebaut werden müsste. Auch die Tendenz, immer mehr Waren in immer größeren Gigalinern auf die Straße zu bringen, schade nicht nur der Bahn, sondern auch der Umwelt. Täglich wird allein in Bayern eine Fläche von 25 Fußballfeldern überbaut, erklärt Huber.

Dass ohne Wasser kein Bier gebraut werden kann, sei sicher jedem klar: „Wasser ist Leben!“ stellt Lisa Badum fest. Gerade in den Dörfern auf der Hochebene der Fränkischen Schweiz war Wasser jahrhundertelang echter Luxus, der beispielsweise mühsam vom Tal bis hinauf nach Engelhardtsberg getragen werden musste. Aber das Wasser wird immer mehr von Nitraten und Arzneimittelrückständen belastet, zu denen auch die Pille gehört. Die Reinigung und Klärung wird aufwändiger und muss von allen bezahlt werden: „Wäre es nicht sinnvoller, die Landwirtschaft so umzustellen, dass keine Nitrate mehr in den Boden und das Grundwasser gelangen können?“

Bilder: Copyright by Sylvia Hubele

 

Spezi-Bier nur mit Bio-Gerste – Toni Hofreiter zu unserer Anti-Glyphosat Kampagne in Bamberg

Lest hier den Bericht von Grünen-Mitglied Anne-Sophie aus Bamberg! Grüne Politik und Rauchbier – wie passt das zusammen? Diese Frage wurde am Sonntagmittag eindrucksvoll von Braumeister Christian Merz im Gespräch mit Lisa Badum und Anton Hofreiter beantwortet. Die familiengeführte Brauerei kann als Pionier im Hinblick auf eine möglichst nachhaltige Bierherstellung bezeichnet werden. Eigener Solarstrom, ein eigenes Blockheizkraftwerk – das ist schon alles andere als selbstverständlich. Darüber hinaus wird das Malz nicht wie weithin üblich hinzugekauft, sondern selbst hergestellt. Die dafür benötigte Gerste bezieht die „Spezial Brauerei“ von 13 Bauern aus der Region – aus ökologischem Anbau! Warum eine besonders hohe Qualität der Gerste von Nöten ist, erklärt Herr Merz während der einstündigen Führung: Die Gerste muss behutsam keimen. Während der Keimung werden Fermente gebildet, die für die Malzherstellung nach dem Reinheitsgebot unverzichtbar sind. Ansonsten müssten diese Enzyme extra zugeführt werden.

Was Lisa Badum besonders gut gefällt: „Das Rauchmalz ist hier glyphosatfrei. Die Brauerei Spezial ist somit ein Vorbild für andere Brauereien.“ Die oberfränkische Spitzenkandidatin der Grünen nutzt den Besuch der Brauerei auch als Bekenntnis zur europäischen Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“. „Das zeigt wie nah das Thema an der Alltagsrealität ist.“

Braumeister Christian Merz ergänzt: „Es ist wichtig, die Leute auf das Thema aufmerksam zu machen.“ Das Gerstenmalz für das Rauchbier sei jedoch auf jeden Fall glyphosatfrei. „Da leg ich meine Hand ins Feuer“ – im wahrsten Sinne des Wortes – wird die Gerste doch bei hohen Temperaturen 24 Stunden lang getrocknet. Das dafür benötigte Buchenholz zum Räuchern stammt ebenfalls von den regionalen Bauern, die auch die Gerste liefern.

Aber auch weitere Problemthemen sprach Braumeister Christian Merz während der Führung an, beispielsweise die hohen bürokratischen Hürden im Hygienebereich. Anton Hofreiter sind diese Schwierigkeiten bekannt. Er fordert Größengrenzen für den handwerklichen Bereich. Für kleine Betriebe sollten die gleichen Hygienestandards gelten, aber geringere bürokratische Hürden. Viele Probleme, die den bürokratischen Aufwand rechtfertigen, stellen sich in kleinen Betrieben einfach nicht.

Dass das „Spezial-Rauchbier“ nicht nur nachhaltig ist, sondern auch schmeckt, davon konnten sich alle Teilnehmenden bei einer kleinen, von Anton Hofreiter frisch „gezwickelten“, Bierprobe überzeugen.