Ist Corona weiblich? Was Frauen in der Krise leisten


Corona hat uns eine neue Frage gebracht: Wer oder was ist systemrelevant? Was brauchen wir am notwendigsten, wenn alles andere stillsteht? Das sind Lebensmittelmärkte, das sind Krankenhäuser, das sind Kindergärten. Das sind Berufe, in denen zum Großteil Frauen arbeiten.


Im Kontrast stehen die Bilder in den Nachrichten zu Corona-Hochzeiten: Männer wie Herr Spahn, Herr Söder oder Herr Lauterbach erklären uns die Welt. Es wurde viel geredet über das, was Familien und gerade wieder Frauen aktuell leisten müssen, wie heldenhaft SupermarktkassiererInnen doch sind. Doch eben diese Frauen hat man(n) in der Diskussion kaum zu Wort kommen lassen. Wo waren die Alleinerziehenden, die Krankenschwestern und die Supermarktkassiererinnen in den Talkshows?

Es ist wichtig, dass wir Grünen diesen Menschen und ihren Forderungen eine Stimme geben. Denn bei mir haben sich Frauen gemeldet, die sich nicht gehört fühlten und ihre Stimme erheben wollten, darunter eine Betriebsrätin und Verkäuferin bei Netto. Sie hat sich gefreut über den plötzlichen Beifall für ihre Arbeit. Aber sie meinte auch, dass sie zu Beginn nicht mal Masken für die Arbeit hatten. Dass es nicht leicht war gerade für die Frauen mit Kindern und eben ohne Kinderbetreuung weiter zu arbeiten. Aber die meisten von uns haben diese Situation ohne zu murren gemeistert.

Gleichzeitig hat der Lebensmittelhandel einen Rekordumsatz und Wahnsinns-Gewinn gemacht in dieser Zeit. Doch die MitarbeiterInnen haben von ihrer Geschäftsleitung nicht mal einen einmaligen Bonus bekommen für ihre Leistungen. Für sie ein Schlag ins Gesicht. Sie fordert – und das vollkommen zurecht – neben einem Bonus auch, dass endlich alle Arbeitsstunden korrekt erfasst werden und die Mitarbeiterinnen tariflich richtig eingruppiert werden.

Wir Grüne wollen auch, dass die Menschen in diesen Bereichen mehr bekommen als Applaus! Wir wollen die Erhöhung des Mindestlohns, wir wollen gleiches Gehalt für gleiche Arbeit, echte Tarifbindung auch im Einzelhandel, in der Pflege und im gesamten Dienstleistungsbereich.

Wir Frauen wollen Seite an Seite mit starken Männern für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen, denn wir können diese Krise nicht auch noch an uns vorbeiziehen lassen, ohne etwas besser zu machen. Blumen und Applaus reichen nicht, Gesetze für mehr soziale Gerechtigkeit müssen jetzt her. Und wenn die Frauen in Bayern auf die Straßen gehen und streiken müssen für ihre Forderungen, werden wir sie selbstverständlich darin unterstützen.


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