Immer mehr Menschen in Bamberg und Forchheim entscheiden sich für eine klimafreundliche Heizung. Das zeigen die aktuellen Förderzahlen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für das erste Halbjahr 2026. Insgesamt wurden in Stadt und Landkreis Bamberg sowie im Landkreis Forchheim 1.247 Förderzusagen für klimafreundliche Heizungen erteilt. Die KfW weist dafür 2.253 geförderte Wohneinheiten aus. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 893 Förderzusagen und 1.639 geförderte Wohneinheiten. Damit stieg die Zahl der Förderzusagen innerhalb eines Jahres um rund 40 Prozent, die Zahl der erreichten Wohneinheiten um rund 37 Prozent.
Besonders deutlich ist die Entwicklung bei der Förderung klimafreundlicher Heizungen für Privatpersonen. Im Landkreis Bamberg stieg die Zahl der Förderzusagen innerhalb eines Jahres von 446 auf 602, ein Plus von rund 35 Prozent. Im Landkreis Forchheim erhöhte sie sich von 342 auf 489, ein Plus von rund 43 Prozent. In der Stadt Bamberg stieg die Zahl von 105 auf 156 Förderzusagen und damit um fast 49 Prozent.
Dazu erklärt Lisa Badum, Bundestagsabgeordnete für Bamberg und Forchheim (Bündnis 90/Die Grünen) und Sprecherin für Klimapolitik der grünen Bundestagsfraktion: „Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Menschen in Bamberg und Forchheim wollen raus aus der Heizkostenfalle Öl und Gas und investieren in moderne, klimafreundliche Heizungen. Die positive Entwicklung spricht für die Attraktivität der Förderprogramme, die wir in grüner Regierungszeit aufgelegt haben. Allein innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Förderzusagen hier bei uns um rund 40 Prozent gestiegen. Das zeigt: Die Rahmenbedingungen passen und viele Menschen packen die Wärmewende an.“
Badum kritisiert deshalb den Kurswechsel der schwarz-roten Bundesregierung beim Heizen. Mit dem im Juli beschlossenen Gebäude-Modernisierungs-Gesetz hat die Koalition aus CDU, CSU und SPD die bisherige Vorgabe gestrichen, wonach neu eingebaute Heizungen grundsätzlich zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollen. Neue Öl- und Gasheizungen bleiben damit länger möglich. Die Bundesregierung begründet ihren Kurs damit, das bisherige Gesetz habe Menschen verunsichert und Investitionen gebremst.
Badum hält dieser Darstellung die Entwicklung vor Ort entgegen: „Die Bundesregierung erzählt seit Monaten, die Politik der vergangenen Jahre sei gescheitert und die Menschen hätten nicht mitgemacht. Die Zahlen aus Bamberg und Forchheim beweisen das Gegenteil. Die Nachfrage nach Heizungsförderung ist massiv gestiegen. Statt diese Erfolgsgeschichte weiter auszubauen und den Menschen Planungssicherheit zu geben, öffnet Schwarz-Rot ausgerechnet jetzt wieder die Tür für neue Öl- und Gasheizungen.“
Badum kritisiert zudem die Änderungen bei der Heizungsförderung. Wer heute in eine klimafreundliche Heizung investiert, braucht verlässliche Rahmenbedingungen und nicht ständig neue Regeln.
Dabei bezieht sich Badum darauf, dass die Bundesregierung zum 21. Juli die konkrete Ausgestaltung der Heizungsförderung verändert hat. So sinkt der Förderdeckel von bislang 30.000 auf zunächst 28.000 Euro förderfähige Kosten und soll danach halbjährlich weiter zurückgehen. Auch der Klimageschwindigkeitsbonus wird schrittweise abgesenkt.
Lisa Badum: „Gerade jetzt ist es das falsche Signal, die Unterstützung für den schnellen Umstieg zurückzufahren. Wir brauchen eine verlässliche, langfristige und sozial gerechte Förderung, die Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen besonders unterstützt. Wer heute eine klimafreundliche Heizung einbaut, macht sich unabhängig von teuren und unsicheren Fossil-Importen aus Krisenregionen und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz.“
Für Badum zeigen die aktuellen KfW-Zahlen deshalb, dass die Wärmewende vor Ort längst stattfindet: „Klimaschutz funktioniert, wenn wir Menschen dabei unterstützen, die bessere Alternative zu wählen. Genau das sehen wir hier bei uns in Bamberg und Forchheim. Die Merz-Regierung muss aufhören, diese Dynamik auszubremsen und sollte sie stattdessen unterstützen.“