Angesichts der aktuellen Extremtemperaturen von bis zu 38 Grad im Schatten in Bamberg und Forchheim warnt die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) vor den massiven gesundheitlichen Gefahren. Nach Gesprächen mit verschiedenen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in ihrem Wahlkreis fordert Badum konkrete finanzielle und bauliche Hilfen vom Bund, um die Einrichtungen und das Personal beim Hitzeschutz nicht länger im Stich zu lassen.
Um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen, hatte Lisa Badum im Nachgang der Juni-Hitzewelle bei Krankenhäusern, Seniorenzentren und sozialen Einrichtungen in Bamberg und Forchheim nachgefragt, wie gut diese auf Extremtemperaturen vorbereitet sind. Die Rückmeldungen zeichnen ein alarmierendes Bild: Pflegekräfte und medizinisches Personal tun alles, um Patientinnen, Patienten und Bewohnerinnen und Bewohner trotz der Extremhitze zu schützen – von der konsequenten Trinkmengenüberwachung bis zu angepassten Tagesabläufen sowie dem Einsatz von Ventilatoren und Rollos. Doch bei Gebäuden und Finanzierung stoßen die Einrichtungen zunehmend an ihre Grenzen.
Oftmals handelt es sich um ältere Gebäude, die sich stark aufheizen und baulich nicht gut auf anhaltende Extremhitze vorbereitet sind. Für dringend notwendige Maßnahmen wie die Klimatisierung von Räumen oder Verschattung fehlen schlichtweg die Fördermittel. Zudem weisen die Einrichtungen darauf hin, dass neue Betriebskosten für Hitzeschutz durch die stark angespannten Haushalte der Sozialhilfeträger oft gar nicht refinanziert werden können.
Dennoch nimmt das Bundesumweltministerium gerade in diesem Jahr keine Förderanträge für Klimaschutz in sozialen Einrichtungen mehr an. Badum hierzu: „Ich kann diese Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen. Wir müssen die Einrichtungen jetzt unterstützen, damit sie spätestens nächstes Jahr wirklich gut gerüstet sind. Weiter den Kopf in den Sand stecken, kann Leben kosten.“
„Während man bei über 30 Grad vielleicht an einen Ausflug ins Freibad denkt, bedeutet diese Hitze für junge, kranke und ältere Menschen in unseren Einrichtungen akute Lebensgefahr“, warnt Lisa Badum. Wie dramatisch die Lage bereits ist, zeigen aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI): Allein zwischen Anfang April und Mitte Juli dieses Jahres sind in Deutschland schätzungsweise 9.800 Menschen aufgrund hoher Temperaturen gestorben. Das ist ein trauriger Rekord, der bereits jetzt die Gesamtzahlen der vergangenen Jahre deutlich übertrifft.
Seit dem Jahr 2000 in Deutschland sind 99 Prozent aller extremwetterbedingten Todesfälle auf Hitzeereignisse zurückzuführen, was Hitze zum tödlichsten Extremwetter macht (1). „Hitzeschutz ist eine Frage der Gesundheit“, so Badum weiter . „Die Antworten zeigen deutlich: Das Personal arbeitet am Limit, aber ohne finanzielle Rückendeckung für bauliche Maßnahmen kämpfen die Einrichtungen auf verlorenem Posten.“
Um die Situation in den sozialen Einrichtungen schnellstmöglich zu verbessern, verweist Badum auf ein umfassendes Antragspaket der Grünen im Bundestag:
„Wir dürfen die Menschen in unseren Pflegeheimen und Krankenhäusern mit den Folgen der Erderhitzung nicht alleine lassen. Die aktuellen Sterbezahlen müssen ein Weckruf sein! Wirksamer Hitzeschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die jetzt finanziell abgesichert werden muss. Für den Schutz der Patientinnen, Patienten und der Belegschaften“, so Lisa Badum.
(1) https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/M-O/Merkblaetter/merkblatt-klimawandelfolgen-in-deutschland-04.pdf?__blob=publicationFile&v=4
(2) https://dserver.bundestag.de/btd/21/063/2106343.pdf
(3) https://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/dateien/downloads/autor_innenpapiere/Katharina_Droege_Aktionsplan_gegen_den_Hitze-Sommer.PDF