Der Parlamentskreis Braukultur im Deutschen Bundestag lud unter dem Motto „Frauen brauen“ Brauerinnen aus ganz Deutschland nach Berlin ein – mit dabei: Barbara Friedmann-Merkel von der Brauerei Friedmann aus Gräfenberg, die den Familienbetrieb in fünfter Generation und in zweiter Generation als Frau, führt.
Anlässlich der Veranstaltung „Frauen brauen“ hatte die oberfränkische Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) als Vorsitzende des fraktionsübergreifenden Parlamentskreises Braukultur im Deutschen Bundestag Brauerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet in die Landesvertretung Niedersachsen eingeladen. Der Parlamentarische Abend „Frauen brauen“ stellte Frauen in den Mittelpunkt, die heute die Braukultur mit ihrer Arbeit, ihren Ideen und ihren Bieren prägen. Neben Brauerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet und Abgeordneten aus dem Parlamentskreis nahmen auch Vertreter*innen von Verbänden und der Presse an dem Austausch teil und hatten in geselliger Runde Gelegenheit, die mitgebrachten Biere zu verköstigen.
Auch aus dem Landkreis Forchheim war mit der Brauerei Friedmann aus Gräfenberg eine Vertreterin dabei: Barbara Friedmann-Merkel. Die mittelständische Familienbrauerei, die im vergangenen Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feierte, steht seit 1982 in Frauenhand: Mutter Sigi Friedmann übernahm den Familienbetrieb damals als jüngste Braumeisterin Deutschlands und formte ihn zu einem modernen, umweltbewussten Unternehmen, unter anderem, indem bis heute konsequent nur innerhalb der traditionellen „Um-den-Schornstein“-Entfernung geliefert wird. Diese Tradition weiblicher Braukunst führt Barbara Friedmann-Merkel nun in der nächsten Generation fort.
Barbara Friedmann-Merkel:
„Ich habe mich sehr gefreut, als Vertreterin unserer Familienbrauerei im Deutschen Bundestag zu Gast zu sein. Dass der Braukultur und insbesondere den Frauen, die dieses traditionsreiche Handwerk prägen, dort eine eigene Plattform gegeben wird, ist ein wichtiges Zeichen der Anerkennung. Unsere Brauerei wird seit 1982 von Frauen geführt. Ich bin stolz, den Weg meiner Mutter weiterzugehen und unsere 150-jährige Familientradition mit Überzeugung fortzuführen. Gerade für mittelständische Familienbrauereien ist es wichtig, dass ihre Bedeutung für die regionale Identität und den Erhalt traditioneller Handwerkskunst gesehen und anerkannt wird.“
Lisa Badum:
„Ich habe mich riesig über den regionalen Besuch gefreut. Zusammen mit den anderen Brauerinnen hat Barbara Friedmann-Merkel gezeigt: Frauen sind innovativ, voller Tatkraft und tragen gerade in schwierigen Zeiten zu einer vielfältigen Braukultur bei! Dass bei Friedmann in Gräfenberg bereits seit über 40 Jahren Frauen das Sudhaus führen, zeigt sehr gut, was in vielen Familienbetrieben längst Realität ist: Frauen stehen am Sudkessel, führen Brauereien und sichern damit ein Stück regionale Identität und Wirtschaft. Mit der Veranstaltung ‚Frauen brauen‘ wollen wir das stärker ins Bewusstsein rücken.“
Hintergrund: Der Parlamentskreis Braukultur
Der Parlamentskreis Braukultur wurde Anfang 2022 von Lisa Badum gemeinsam mit Abgeordneten aller demokratischen Fraktionen im Deutschen Bundestag gegründet. Ihm gehören aktuell 56 Mitglieder des Bundestages an. Ziel ist es, die Bedeutung der deutschen Brau- und Gaststättenkultur als Teil der regionalen Wirtschaft, des Lebensmittelhandwerks und mittelständischer Familienbetriebe im parlamentarischen Raum stärker zu verankern.
Hintergrund: Brauerei Friedmann
Die Brauerei Friedmann in Gräfenberg (Landkreis Forchheim) besteht seit 1875 und feierte 2025 ihr 150-jähriges Jubiläum. 1982 übernahm Sigi Friedmann den Betrieb als damals jüngste Braumeisterin Deutschlands. Lieferungen erfolgen bis heute nur im traditionellen Nahbereich „um den Schornstein“. Zum Sortiment zählen die Eigenkreationen „Ritter Wirnt Trunk“, benannt nach dem Dichter Wirnt von Gräfenberg, der im 13. Jahrhundert den Ritterroman „Wigalois“ verfasste. Im angeschlossenen Bräustüberl können Gäste in gemütlich-ritterlicher Atmosphäre die Biere und Speisen des Hauses genießen. Heute führt Tochter Barbara Friedmann-Merkel den Familienbetrieb.