{"id":1006,"date":"2017-05-03T07:52:19","date_gmt":"2017-05-03T05:52:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lisa-badum.de\/?p=1006"},"modified":"2018-06-02T14:46:20","modified_gmt":"2018-06-02T12:46:20","slug":"zukunft-wird-aus-mut-gemacht-ein-voller-erfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lisa-badum.de\/?p=1006","title":{"rendered":"Zukunft wird aus Mut gemacht &#8211; Ein voller Erfolg!"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\\\"http:\/\/www.lisa-badum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/170405-CRLB-1.jpg\\\"><img class=\\\"alignnone size-medium wp-image-1018\\\" src=\\\"http:\/\/www.lisa-badum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/170405-CRLB-1-300x200.jpg\\\" alt=\\\"\\\" width=\\\"300\\\" height=\\\"200\\\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein voller Saal im Bamberger Bootshaus \u2013 eine fulminante Claudia Roth und aktive Mitglieder und SympathisantInnen: So haben wir uns den Wahlkampfauftakt vorgestellt! Warum braucht es uns Gr\u00fcne?<\/p>\n<p><a href=\\\"http:\/\/www.lisa-badum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/gruppenbild.jpg\\\"><img class=\\\"size-medium wp-image-1014 alignleft\\\" src=\\\"http:\/\/www.lisa-badum.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/gruppenbild-300x200.jpg\\\" alt=\\\"\\\" width=\\\"300\\\" height=\\\"200\\\" \/><\/a>Claudia Roth ist nicht umsonst seit vielen Jahrzehnten eines der prominentesten und\u00a0authentischsten gr\u00fcnen Gesichter und machte in ihrer emotionalen Rede klar, dass diese Republik Gr\u00fcne braucht wie nie zuvor. In\u00a0dem untenstehende\u00a0Interview mit Julian Fuchs, Vorst\u00e4ndin bei den Gr\u00fcnen Bamberg-Stadt macht sie das deutlich:\u00a0Mitglieder und Sympathisantinnen nutzen den Abend um an Partizipationsw\u00e4nden Ideen f\u00fcr den Wahlkampf zu sammeln und sich mit Buttons und Foto-Statements zu versorgen. Haltung zeigen &#8211; war das Motto.<\/p>\n<p>Interview mit Claudia Roth, 29.4.2017<\/p>\n<p><strong><em>Die CDU\/CSU hat den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen, Sonnenkollektoren prangen auf vielen Hausd\u00e4chern und \u00fcbrigens auch bayerischen Feldern\u00a0\u2013 sind die erneuerbaren Energien \u00fcberhaupt noch ein speziell gr\u00fcnes Thema? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Regierungsparteien betreiben greenwashing. Von den auf dem Klimagipfel in Paris beschlossenen Zielen sind sie meilenweit entfernt. Das ganze Thema Energieeinsparung, erneuerbare Energie, Energieeffizienz, das ist ein zentrales Thema der Gr\u00fcnen.<\/p>\n<p><strong><em>Die Gr\u00fcnen werden vor allem als \u00d6ko-Partei wahrgenommen. Wie k\u00f6nnen Gr\u00fcne von diesem Image wegkommen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Soziale Gerechtigkeit und \u00d6kologie sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn wir dem Klimawandel nichts entgegensetzen, werden wir in einigen Jahren 400-500 Mio. Klimafl\u00fcchtlinge haben, sagt Prof. Schellnhuber, Klima-Berater der Bundesregierung. Wer Klima auf morgen verschieben will, handelt absolut unverantwortlich.<\/p>\n<p>Gerechtigkeit ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenh\u00e4lt. Wie sieht eine Gesellschaft aus, die Vielfalt demokratisch gestaltet? Wie sieht deutsche Politik aus in einem gerechteren, sozialeren, freiz\u00fcgigeren Europa? Und selbst wenn es nur die Klimafrage w\u00e4re: Sie ist die Existenzfrage unseres Planeten.<\/p>\n<p><strong><em>Neben den erneuerbaren Energien ist die Genderfrage, die Frage nach einer Gleichstellung von M\u00e4nnern und Frauen, ein Thema der Gr\u00fcnen. Auch hier: Ist diese Frage noch aktuell? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir haben immer noch viele patriarchale Strukturen. Deutschland ist unter den ersten Drei in der Europ\u00e4ischen Union, was die Lohn<strong>un<\/strong>gerechtigkeit angeht. Die gesellschaftlich mit am bedeutsamsten Berufe &#8211; wenn Kinder unsere Zukunft sind, so sind es diese Berufe, die mit Kindern zusammenh\u00e4ngen. Leider sind diese Berufe drastisch unterbezahlt und gesellschaftlich wenig anerkannt. Und in diesen Berufen arbeiten \u00fcberwiegend Frauen. Von dem Gleichheitsgesetz der Bundesregierung profitieren 60% der Frauen \u00fcberhaupt nicht. Es geht nicht nur um Zahlen, auch in der Politik \u00e4ndert sich etwas, wenn die Perspektive der Frauen miteinflie\u00dft in die Wirtschaftspolitik und die M\u00e4nnerperspektive in die Familienpolitik.<\/p>\n<p><strong><em>Frauen sind viel st\u00e4rker als M\u00e4nner von der Armutsfalle bedroht, nicht erst im Alter. Welche Ideen haben die Gr\u00fcnen, diese gesellschaftliche Ungleichheit zu \u00e4ndern?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Frauen sollten zu Berufen ermutigt werden, in denen sie mehr Erfolg haben. Da geht es aber auch um die Berufe, in denen vorwiegend Frauen t\u00e4tig sind. Diese Berufe m\u00fcssen ganz anders eingestuft werden in ihrer gesellschaftlichen Anerkennung, das geht nur mit einer finanziellen Anerkennung. Es ist ein Skandal, dass in diesem Land alleinerziehende M\u00fctter potentiell armutsgef\u00e4hrdet sind und dass nach wie vor die Infrastruktur f\u00fcr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht hinreichend ausgebaut ist. Und es ist ein Riesenskandal, dass wir in unserem Land die gr\u00f6\u00dften Verm\u00f6gensunterschiede von Mann und Frau haben im Euro-Raum. D.h. es muss eine Umverteilung geben. Da braucht es Druck auf die Rahmenbedingungen, aber auch eine noch viel st\u00e4rkere Vernetzung von uns Frauen.<\/p>\n<p><strong><em>Menschen aus anderen L\u00e4ndern, die in Deutschland Schutz vor Krieg, Terror und Gewalt suchen, werden in unserem Land nicht selten als gef\u00fchlte Bedrohung wahrgenommen. Ist das Thema \u201eSicherheit\u201c auch ein \u201egr\u00fcnes\u201c Thema?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Thema Menschenrechtspolitik, Fl\u00fcchtlingspolitik besch\u00e4ftigt die Gr\u00fcnen, so lange es sie gibt. Ich habe noch nie in Deutschland so viel Solidarit\u00e4t, so viel Herzensw\u00e4rme erlebt, so viel Aufnahmebereitschaft erlebt, seit die Bundesregierung gesagt hat: \u201eWir schaffen das\u201c. Sie zu unterst\u00fctzen, auf sie zu vertrauen\u00a0&#8211; darum geht es. Es gibt Menschen, die verunsichert sind. Diese Verunsicherung m\u00fcssen wir ernst nehmen. Aber \u00c4ngste ernst nehmen und \u00c4ngste sch\u00fcren, ist ein gro\u00dfer Unterschied. Wir m\u00fcssen mit Zahlen argumentieren: Von den 67 Mio. Fl\u00fcchtlingen (Zahlen des UNHCR) kommen gerade 8% nach Kanada und ins reiche Europa. Die T\u00fcrkei, wo es viel zu kritisieren gibt, hat mehr Fl\u00fcchtlinge aufgenommen als ganz Europa zusammen; der Libanon mit 4,2 Mio. Einwohnern hat \u00fcber eineinhalb Mio. Fl\u00fcchtlinge. Wir haben viele Fl\u00fcchtlinge aufgenommen, aber im Vergleich zu anderen deutlich wenig. Was sind die Fluchtursachen? Warum liefern wir R\u00fcstungsg\u00fcter nach Saudi-Arabien, das Jemen zur\u00fcck ins Mittelalter bombt.<\/p>\n<p>Was es nie geben kann, ist, dass wir mit einer Obergrenze argumentieren. Art. 16 ist derjenige Grundrechtsartikel, der am allermeisten verbunden ist mit Art. 1, der Menschenw\u00fcrde. Wir wollen dieses Grundrecht nicht zugrunde richten. Und da gibt es die Kirchen als unsere B\u00fcndnispartner, die Menschenrechtsorganisationen und viele Ehrenamtliche.<\/p>\n<p><strong><em>\u201eZukunft wird aus Mut gemacht\u201c, ist das Motto der heutigen Veranstaltung\u00a0&#8211; was macht Mut in diesen finsteren Zeiten? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mut kommt aus der \u00dcberzeugung, dass wir die Erde von unseren Kindern nur geborgt haben und dass wir verantwortlich sind f\u00fcr den Zustand unserer Gesellschaft, f\u00fcr die Zukunft von Europa\u00a0\u2013 als ein starker Akteur in Zeiten von Trump, Putin, Erdogan und anderen. Mut hei\u00dft sich nicht verstecken, sondern Gesicht zu zeigen. Ich sage immer: David hat am Schluss auch gegen Goliath gewonnen.<\/p>\n<p><strong><em>Das ist ein sch\u00f6nes Schlusswort. Vielen herzlichen Dank.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Interview wurde unmittelbar vor der Wahlkampfveranstaltung der Gr\u00fcnen mit Claudia Roth gef\u00fchrt, die Fragen stellte Dr. Juliane Fuch<\/p>\n<p>Interview mit Claudia Roth, 29.4.2017<\/p>\n<p><strong><em>Die CDU\/CSU hat den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen, Sonnenkollektoren prangen auf vielen Hausd\u00e4chern und \u00fcbrigens auch bayerischen Feldern\u00a0\u2013 sind die erneuerbaren Energien \u00fcberhaupt noch ein speziell gr\u00fcnes Thema? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Regierungsparteien betreiben greenwashing. Von den auf dem Klimagipfel in Paris beschlossenen Zielen sind sie meilenweit entfernt. Das ganze Thema Energieeinsparung, erneuerbare Energie, Energieeffizienz, das ist ein zentrales Thema der Gr\u00fcnen.<\/p>\n<p><strong><em>Die Gr\u00fcnen werden vor allem als \u00d6ko-Partei wahrgenommen. Wie k\u00f6nnen Gr\u00fcne von diesem Image wegkommen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Soziale Gerechtigkeit und \u00d6kologie sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn wir dem Klimawandel nichts entgegensetzen, werden wir in einigen Jahren 400-500 Mio. Klimafl\u00fcchtlinge haben, sagt Prof. Schellnhuber, Klima-Berater der Bundesregierung. Wer Klima auf morgen verschieben will, handelt absolut unverantwortlich.<\/p>\n<p>Gerechtigkeit ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenh\u00e4lt. Wie sieht eine Gesellschaft aus, die Vielfalt demokratisch gestaltet? Wie sieht deutsche Politik aus in einem gerechteren, sozialeren, freiz\u00fcgigeren Europa? Und selbst wenn es nur die Klimafrage w\u00e4re: Sie ist die Existenzfrage unseres Planeten.<\/p>\n<p><strong><em>Neben den erneuerbaren Energien ist die Genderfrage, die Frage nach einer Gleichstellung von M\u00e4nnern und Frauen, ein Thema der Gr\u00fcnen. Auch hier: Ist diese Frage noch aktuell? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir haben immer noch viele patriarchale Strukturen. Deutschland ist unter den ersten Drei in der Europ\u00e4ischen Union, was die Lohn<strong>un<\/strong>gerechtigkeit angeht. Die gesellschaftlich mit am bedeutsamsten Berufe &#8211; wenn Kinder unsere Zukunft sind, so sind es diese Berufe, die mit Kindern zusammenh\u00e4ngen. Leider sind diese Berufe drastisch unterbezahlt und gesellschaftlich wenig anerkannt. Und in diesen Berufen arbeiten \u00fcberwiegend Frauen. Von dem Gleichheitsgesetz der Bundesregierung profitieren 60% der Frauen \u00fcberhaupt nicht. Es geht nicht nur um Zahlen, auch in der Politik \u00e4ndert sich etwas, wenn die Perspektive der Frauen miteinflie\u00dft in die Wirtschaftspolitik und die M\u00e4nnerperspektive in die Familienpolitik.<\/p>\n<p><strong><em>Frauen sind viel st\u00e4rker als M\u00e4nner von der Armutsfalle bedroht, nicht erst im Alter. Welche Ideen haben die Gr\u00fcnen, diese gesellschaftliche Ungleichheit zu \u00e4ndern?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Frauen sollten zu Berufen ermutigt werden, in denen sie mehr Erfolg haben. Da geht es aber auch um die Berufe, in denen vorwiegend Frauen t\u00e4tig sind. Diese Berufe m\u00fcssen ganz anders eingestuft werden in ihrer gesellschaftlichen Anerkennung, das geht nur mit einer finanziellen Anerkennung. Es ist ein Skandal, dass in diesem Land alleinerziehende M\u00fctter potentiell armutsgef\u00e4hrdet sind und dass nach wie vor die Infrastruktur f\u00fcr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht hinreichend ausgebaut ist. Und es ist ein Riesenskandal, dass wir in unserem Land die gr\u00f6\u00dften Verm\u00f6gensunterschiede von Mann und Frau haben im Euro-Raum. D.h. es muss eine Umverteilung geben. Da braucht es Druck auf die Rahmenbedingungen, aber auch eine noch viel st\u00e4rkere Vernetzung von uns Frauen.<\/p>\n<p><strong><em>Menschen aus anderen L\u00e4ndern, die in Deutschland Schutz vor Krieg, Terror und Gewalt suchen, werden in unserem Land nicht selten als gef\u00fchlte Bedrohung wahrgenommen. Ist das Thema \u201eSicherheit\u201c auch ein \u201egr\u00fcnes\u201c Thema?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Thema Menschenrechtspolitik, Fl\u00fcchtlingspolitik besch\u00e4ftigt die Gr\u00fcnen, so lange es sie gibt. Ich habe noch nie in Deutschland so viel Solidarit\u00e4t, so viel Herzensw\u00e4rme erlebt, so viel Aufnahmebereitschaft erlebt, seit die Bundesregierung gesagt hat: \u201eWir schaffen das\u201c. Sie zu unterst\u00fctzen, auf sie zu vertrauen\u00a0&#8211; darum geht es. Es gibt Menschen, die verunsichert sind. Diese Verunsicherung m\u00fcssen wir ernst nehmen. Aber \u00c4ngste ernst nehmen und \u00c4ngste sch\u00fcren, ist ein gro\u00dfer Unterschied. Wir m\u00fcssen mit Zahlen argumentieren: Von den 67 Mio. Fl\u00fcchtlingen (Zahlen des UNHCR) kommen gerade 8% nach Kanada und ins reiche Europa. Die T\u00fcrkei, wo es viel zu kritisieren gibt, hat mehr Fl\u00fcchtlinge aufgenommen als ganz Europa zusammen; der Libanon mit 4,2 Mio. Einwohnern hat \u00fcber eineinhalb Mio. Fl\u00fcchtlinge. Wir haben viele Fl\u00fcchtlinge aufgenommen, aber im Vergleich zu anderen deutlich wenig. Was sind die Fluchtursachen? Warum liefern wir R\u00fcstungsg\u00fcter nach Saudi-Arabien, das Jemen zur\u00fcck ins Mittelalter bombt.<\/p>\n<p>Was es nie geben kann, ist, dass wir mit einer Obergrenze argumentieren. Art. 16 ist derjenige Grundrechtsartikel, der am allermeisten verbunden ist mit Art. 1, der Menschenw\u00fcrde. Wir wollen dieses Grundrecht nicht zugrunde richten. Und da gibt es die Kirchen als unsere B\u00fcndnispartner, die Menschenrechtsorganisationen und viele Ehrenamtliche.<\/p>\n<p><strong><em>\u201eZukunft wird aus Mut gemacht\u201c, ist das Motto der heutigen Veranstaltung\u00a0&#8211; was macht Mut in diesen finsteren Zeiten? <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mut kommt aus der \u00dcberzeugung, dass wir die Erde von unseren Kindern nur geborgt haben und dass wir verantwortlich sind f\u00fcr den Zustand unserer Gesellschaft, f\u00fcr die Zukunft von Europa\u00a0\u2013 als ein starker Akteur in Zeiten von Trump, Putin, Erdogan und anderen. Mut hei\u00dft sich nicht verstecken, sondern Gesicht zu zeigen. Ich sage immer: David hat am Schluss auch gegen Goliath gewonnen.<\/p>\n<p><strong><em>Das ist ein sch\u00f6nes Schlusswort. 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