Anton Hofreiter besichtigt Bayerns größte Solarthemieanlage

Erneuerbare Wärme im Landkreis Forchheim: Heizen mit Holz und der Kraft der Sonne! Toni Hofreiter war zu Besuch um sich über ein Wärmevorzeigeprojekt der Firma NATURSTROM in Hallerndorf zu informieren.

     

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Hallerndorf : Dr. Anton Hofreiter, Mitglied des Deutschen Bundestages Vorsitzender der grünen Bundestagsfraktion, kam zu Besuch nach Hallerndorf und wurde von Thilo Jungkunz, Geschäftsbereichsleiter von Naturstrom, durch die Energiezentrale in Hallerndorf geführt. Doch zuvor trug sich Hofreiter in das Goldene Buch der Gemeinde Hallerndorf ein und bekam von Bürgermeister Torsten Gunselmann Bier aus einer heimischen Brauerei überreicht. „Das Nahwärmenetz mit der Energiezentrale wurde auf Wunsch von Bürgern initiiert“, berichtete Gunselmann. Er hielt zunächst eine Insellösung für das neue Baugebiet für ausreichend, doch die Hallerndorfer wollten mehr. „Wenn die Bürger mitwirken, können wir die Energiewende bayernweit schaffen“, ist sich Lisa Badum sicher und Torsten Gunselmann stimmt zu: „mit vereinten Kräften schaffen wir das“.

 
Auf 1.300 Quadratmeter steht neben dem Heizhaus eine Freiflächen-Solarthermie-Anlage, die größte in Bayern, die in ein Nahwärmenetz eingebunden ist. Hier spart die Kraft der Sonne rund 61.000 Liter Heizöl jährlich, das sind rund fünf Heizöllastwagenladungen. Da mit dem Projekt nicht nur Wärme und Strom aus regenerativen Energien erzeugt, sondern gleichzeitig die regionale Wirtschaft gestärkt wird, bekam das Nahwärmenetz mit der Heizzentrale in diesem Jahr den Nachhaltigkeitspreis, berichtete Jungkunz. Den Rohstoff für die mit Holzhackschnitzeln betriebenen Kessel wird zukünftig Hallerndorfer Waldbauernverein liefern.
Gleichzeitig wird die Artenvielfalt auf der Fläche größer, freute sich Hofreiter. „Dieser Aspekt wird unter den Photovoltaikanlagen schnell übersehen“, erklärte er. Da halbschattige und vollsonnige Bereiche entstehen, wächst die Diversität und für die eigentliche Natur stellen diese Flächen einen echten Gewinn dar – im Gegensatz zu den Monokulturen von Mais und Raps.

Grüner Antrag einstimmig angenommen: Abends längere Busfahrtzeiten im Landkreis Forchheim!

Pressemitteilung vom 22. Februar 2017

Sicher mit dem Bus auch abends nach Hause

Grüner Antrag auf Ausweitung der Zeiten ab 2018 einstimmig im Bauauschuss angenommen – Stadtverkehr Forchheim mit letzter Abfahrt ab 21 Uhr

Die grüne Kreistagsfraktion beantragte eine Erweiterung des Nahverkehrplans. „Wir wollten eine Verbesserung für alle Linien im Landkreis erreichen“, so Fraktionssprecher Karl Waldmann. Kreisrätin Lisa Badum ergänzt: „Letztlich ist eine Buslinie, die nur tagsüber eine Hinfahrt gewährleistet, für PendlerInnen wenig attraktiv.“

Grünes Ziel war daher alle die Buslinien aufzuwerten, die bisher noch um 18 oder 18.30 Uhr enden. Die Menschen sollen mit dem Bus aber nicht nur zur Arbeit, sondern auch wieder zurückkommen. Eine Rückfahrtzeit um 18 Uhr ist für viele Arbeitende in Erlangen und anderswo nicht machbar.

Die grüne Forderung daher: Ausweitung der Hauptverkehrszeiten auf 20.30 Uhr. Damit finden die letzten Abfahrten von den Bahnhöfen zu den Orten um 20.30 Uhr statt. „In der Stadt Forchheim wird die bisher letzte Abfahrt sogar auf 21 Uhr verlegt“, so Kreisrat Matthias Striebich. Mit dieser Ausdehnung in den Abend hinein passt sich der Öffentliche Nahverkehr noch mehr den Bedürfnissen und dem modernen Alltag der Menschen im Landkreis an.

Aufgrund der Zeitabläufe in der Nahverkehrsplanung kann die Änderung erst 2018 in Kraft treten. Selbstverständlich hätten Bündnis 90/Die Grünen hier noch eine raschere Umsetzung gewünscht. Vorteil ist jedoch, dass die Verbesserung bis zum Jahreswechsel noch bekannt gemacht werden kann.

„Politik soll helfen, den Alltag der Menschen zu verbessern“, so Kreisrätin Barbara Poneleit abschließend.

Tauwetter in Forchheim

Ich erinnere mich an die Gespräche vor den Kommunalwahlen in Forchheim. 2007 und 2014. Es war bei vielen eine gewisse Unmut mit der Wiederwahl Stumpfs herauszuhören. Doch es schien eine Art Wahlzwang zu herrschen, obwohl sich fast niemand im Nachhinein erinnern konnte, ihn gewählt zu haben. Aber irgendwie schien es doch keine Alternative zu geben. Und außerdem „Es gewinnt sowieso immer der Stumpf/Die CSU.“ Hier mischte sich fränkische Resignation mit der eigenen Unwilligkeit etwas zu ändern.

Weckruf für Ungläubige

Spätestens nach der überraschenden Stichwahl mit Uwe Kirschstein 2014 hätten doch eigentlich auch die „Ungläubigen“ aufhorchen können. Ja, es war nicht unbedingt zwingend so, dass Kirschstein in die Stichwahl hätte kommen müssen. Es hätte auch Manfred Hümmer sein können. Vielleicht hätte dieser ähnlich gut gegen OB Stumpf abgeschnitten, einfach weil die Wechselstimmung schon absehbar war. Das sind aber Hypothesen. Fakt ist dass Kirschstein es schaffte, wohl auch mit engagiertem Haustürwahlkampf und diesen Schwung noch einmal verdichten konnte bis zur erneuten Wahl 2016 und seinem Amtsantritt als OB.

Ist halt Forchheim“

Doch auch nach dem überraschenden Rücktritt von Franz Stumpf und dem beginnenden Wahlkampf 2016 unkten die Bedenkenträger. Natürlich sei Kirschstein schon einmal in die Stichwahl gekommen, aber „es sei eben Forchheim.“ Diese fatalistische Grundhaltung lehne ich schon seit Jahren und auch in anderen Themenbereichen ab. Solange die Chancen intakt sind, kann man die Chancen verfolgen und dafür kämpfen und dafür arbeiten. Wie viele Änderungen, wie viele Wechsel in Politik und Gesellschaft waren wohl von vornherein schon klar absehbar und für wie viele gab es eine 50/50 oder sogar eine geringere Chance zur Verwirklichung?

Und doch: man und frau können was ändern

Und das Schöne ist: Diese Stimmung hat wohl auch viele ForchheimerInnen gepackt. Denn hätte man sich wieder eingelullt in die übliche „Man kann doch eh nix ändern“-Stimmung und „Man weiß ja was man hat“ (und das im guten und im schlechten Sinne, denn auch rhetorisch wiederkehrende Kritik die man äußern kann, führt zu heimeligem Gefühl), hätte es keine knappe Mehrheit für den Wechsel gegeben.

2016: Mehr direkte Demokratie

Aber das Jahr 2016 bringt noch mehr gute Nachrichten. Die Bürgerinitiative Reuther Hänge hat über 1900 Unterschriften für die Durchführung eines Bürgerentscheids über dieses Thema gesammelt. Dazu vielleicht ein Wort: Die Hürden für direkte Demokratie sind in Bayern nicht gerade niedrig. Man muss nachweisen dass ein Thema für genügend Menschen relevant ist und auch am Wahltag muss eine Wahlbeteiligung von 20 Prozent erfüllt sein. Nicht gerade eine geringe Aufgabe, wenn selbst bei Kommunalwahlen nur 50-60 Prozent der Leute wählen gehen.

Hinzu kommt, dass der Stadtrat weitere Möglichkeiten hat die Hürden zu erhöhen. So wurden keine Wahlbeteiligungen verschickt, das Zusammenlegen des Bürgerentscheids mit der OB-Wahl (einen Monat vorher) abgelehnt und nur die Hälfte der Wahllokale wird geöffnet sein.

Reuth bewegt die Menschen

Es bedarf also engagierter Bürgerinnen und Bürger um alle diese Hürden zu überwinden. Schon die fast 2000 Unterschriften zeigen, dass es nicht um ein x-beliebiges Baugebiet geht, denn dafür würden sich kaum so viele Menschen interessieren. Nein, es geht um ein Naherholungsgebiet, das von zahlreichen ForchheimerInnen genutzt wird. Sie möchten den Preis einer möglichen Verkehrserschließung oder Nachverdichtung nicht bezahlen, weil sie die Verhältnismässigkeit nicht erkennen. Sie möchten sie im wahrsten Sinne des Wortes auch nicht bezahlen, weil die Nebenkosten für diese gesamten Maßnahmen auf die BürgerInnen der Stadt umgelegt werden.

Egal wie der Bürgerentscheid nun ausgeht und ich glaube auch hier an einen positiven Ausgang, denn gemeinsam kann so viel erreicht werden, er hat auf jeden Fall schon jetzt eine Menge bewegt in den Köpfen und ist für die Stadtratsmehrheit ein Anlass, alte Meinungen mal zu hinterfragen.

Damit ist es noch nicht getan, mit den guten Nachrichten: Auch die Ostspange wird offensichtlich vom Verkehrsministerium nicht als vorrangiges Projekt für den deutschen Bundesverkehrswegeplan gesehen. Wir hoffen nun auf ein endgültiges Ende dieses Irrwegs. Ich werde weiter darüber berichten.

Wandel, an den wir glauben können! Packen wirs an.