Ich bin schockiert: Glyphosat-Zulassung weiter verlängert

Die Bundesregierung stimmt in der EU für weitere fünf Jahre #Glyphosat und entscheidet sich damit auch für das Verseuchen unserer Böden und gegen unsere Gesundtheit! Ein Schlag ins Gesicht für alle Europäerinnen und Europäer, die sich mittels einer Unterschriftenaktion klar gegen das Ackergift ausgesprochen haben. Landwirtschaftsminister Schmidt stimmt der Verlängerung zu, obwohl eine Enthaltung vorgesehen war. Ihn scheint auch das Thema Arten- und Insektensterben wenig zu interessieren. Ich bin empört und schockiert, mit welcher Gedankenlosigkeit und Kurzsichtigkeit gewisse Entscheidungsträger an ein so wichtiges Thema herangehen. CSU für Bayer statt für Bayern, sag ich da nur. Trotzdem oder besser jetzt erst recht! Wir kämpfen weiter für nationale Anwendungseinschränkungen von Glyphosat!

Verlängerung von Glyphosat

Beim Thema #Glyphosat der Verlängerung zustimmen anstatt sich wie geplant zu enthalten? Ich bin empört, wie egal gewissen Entscheidungsträgern dabei anscheinend unsere Gesundheit und das massive Insektensterben in unserem Land ist… wir kämpfen weiter für nationale Anwendungseinschränkungen!

Posted by Lisa Badum on Tuesday, November 28, 2017

Grüne Wanderung auf dem 5-Seidla Steig: 5 Grüne Geschichten!

  

(Autorin: Sylvia Hubele) Bei sonnigem Wetter waren die Grünen der Kreisverbände Forchheim und Bayreuth gemeinsam mit den Kandidaten für die Bundestagswahl auf dem Fünf-Seidla-Steig unterwegs, Susanne Bauer für Bayreuth und Lisa Badum für Forchheim. Fünf Seidla bei fünf Brauereien – das bot genügend Gelegenheit für allerlei grüne Themen.

Mathias geht nicht ohne Rucksack aus dem Haus

So ist Mathias Gräbner aus Forchheim beispielsweise nie ohne seinen Rucksack unterwegs. Er bekam schon als Kind Geld und Einkaufstasche in die Hand und achtet bis heute darauf, dass er mit möglichst wenig Verpackungen nach Hause kommt – die anschließend wieder entsorgt werden müssen. „Es ist vieles unnütz in Kunststoff verpackt“, findet er und kauft lieber beim Bauern um die Ecke, bei dem auch die Wege kurz sind.

Wo sind die Wildkräuter hin?

Gisela Schaarschmidt aus Igensdorf erzählt, wie die früheren Pilger für die Verbreitung von Knoblauchsrauke, Haselsträuchern und anderen Pflanzen sorgten, von denen sie unterwegs ernten und ihren Hunger stillen konnten. Sauerampfer, Gänseblümchen, Kornblumen und Kräuter sind auch bei einer Wanderung schnell gepflückt. Spritzen die Landwirte dagegen mit Glyphosat, können keine Wildkräuter mehr wachsen. Sie weiß auch, was sich gegen die lästigen Nacktschnecken im Garten unternehmen lässt: „Einfach die Stellen, an denen sie ihre Gelege haben, im Herbst mit heißem Wasser übergießen“. In ihrem Garten ist auf diese Weise wieder Schneckenvielfalt eingekehrt – fressen doch die Nacktschnecken die Gelege der anderen Schnecken

Kein Kirchturmdenken mehr!

Barbara und Volker Poneleit aus Igensdorf sinnieren über die Grenzen, die es zwischen den einzelnen Orten gibt – auch wenn sie nicht sichtbar sind. Nachdem die Gemeinden lange ihre Grenzen gewahrt haben, überwinden sie inzwischen das Kirchturmdenken und arbeiten interkommunal zusammen. So haben sich die Gemeinden Igensdorf und Weißenohe dazu entschlossen, ihren Bauhof gemeinsam zu errichten – und profitieren zugleich von der höheren Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Auch Bienen scheren sich nicht an Grenzen und fliegen bis zu einem Kilometer weit, wenn sie ihren Nektar sammeln: “Da reichen die dreihundert Meter Abstand, der zu genmanipulierten Feldfrüchten eingehalten werden muss, einfach nicht aus“.

In Gräfenberg steht eine Bahn, die allerdings nicht nach Forchheim, sondern nach Nürnberg fährt. Wie schwierig es ist, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Thuisbrunn zu gelangen, erlebten die Grünen im Vorfeld der Wanderung: Für das Anruf-Sammeltaxi hätte jeder 17,40 Euro bezahlt, wäre aber nur bis Gößweinstein gefahren. Erst nach einer Stunde Wartezeit wäre der nächste reguläre Bus bis Thuisbrunn gefahren. Emmerich Huber findet, dass der ÖPNV im gesamten Landkreis besser ausgebaut werden müsste. Auch die Tendenz, immer mehr Waren in immer größeren Gigalinern auf die Straße zu bringen, schade nicht nur der Bahn, sondern auch der Umwelt. Täglich wird allein in Bayern eine Fläche von 25 Fußballfeldern überbaut, erklärt Huber.

Dass ohne Wasser kein Bier gebraut werden kann, sei sicher jedem klar: „Wasser ist Leben!“ stellt Lisa Badum fest. Gerade in den Dörfern auf der Hochebene der Fränkischen Schweiz war Wasser jahrhundertelang echter Luxus, der beispielsweise mühsam vom Tal bis hinauf nach Engelhardtsberg getragen werden musste. Aber das Wasser wird immer mehr von Nitraten und Arzneimittelrückständen belastet, zu denen auch die Pille gehört. Die Reinigung und Klärung wird aufwändiger und muss von allen bezahlt werden: „Wäre es nicht sinnvoller, die Landwirtschaft so umzustellen, dass keine Nitrate mehr in den Boden und das Grundwasser gelangen können?“

Bilder: Copyright by Sylvia Hubele

 

Spezi-Bier nur mit Bio-Gerste – Toni Hofreiter zu unserer Anti-Glyphosat Kampagne in Bamberg

Lest hier den Bericht von Grünen-Mitglied Anne-Sophie aus Bamberg! Grüne Politik und Rauchbier – wie passt das zusammen? Diese Frage wurde am Sonntagmittag eindrucksvoll von Braumeister Christian Merz im Gespräch mit Lisa Badum und Anton Hofreiter beantwortet. Die familiengeführte Brauerei kann als Pionier im Hinblick auf eine möglichst nachhaltige Bierherstellung bezeichnet werden. Eigener Solarstrom, ein eigenes Blockheizkraftwerk – das ist schon alles andere als selbstverständlich. Darüber hinaus wird das Malz nicht wie weithin üblich hinzugekauft, sondern selbst hergestellt. Die dafür benötigte Gerste bezieht die „Spezial Brauerei“ von 13 Bauern aus der Region – aus ökologischem Anbau! Warum eine besonders hohe Qualität der Gerste von Nöten ist, erklärt Herr Merz während der einstündigen Führung: Die Gerste muss behutsam keimen. Während der Keimung werden Fermente gebildet, die für die Malzherstellung nach dem Reinheitsgebot unverzichtbar sind. Ansonsten müssten diese Enzyme extra zugeführt werden.

Was Lisa Badum besonders gut gefällt: „Das Rauchmalz ist hier glyphosatfrei. Die Brauerei Spezial ist somit ein Vorbild für andere Brauereien.“ Die oberfränkische Spitzenkandidatin der Grünen nutzt den Besuch der Brauerei auch als Bekenntnis zur europäischen Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“. „Das zeigt wie nah das Thema an der Alltagsrealität ist.“

Braumeister Christian Merz ergänzt: „Es ist wichtig, die Leute auf das Thema aufmerksam zu machen.“ Das Gerstenmalz für das Rauchbier sei jedoch auf jeden Fall glyphosatfrei. „Da leg ich meine Hand ins Feuer“ – im wahrsten Sinne des Wortes – wird die Gerste doch bei hohen Temperaturen 24 Stunden lang getrocknet. Das dafür benötigte Buchenholz zum Räuchern stammt ebenfalls von den regionalen Bauern, die auch die Gerste liefern.

Aber auch weitere Problemthemen sprach Braumeister Christian Merz während der Führung an, beispielsweise die hohen bürokratischen Hürden im Hygienebereich. Anton Hofreiter sind diese Schwierigkeiten bekannt. Er fordert Größengrenzen für den handwerklichen Bereich. Für kleine Betriebe sollten die gleichen Hygienestandards gelten, aber geringere bürokratische Hürden. Viele Probleme, die den bürokratischen Aufwand rechtfertigen, stellen sich in kleinen Betrieben einfach nicht.

Dass das „Spezial-Rauchbier“ nicht nur nachhaltig ist, sondern auch schmeckt, davon konnten sich alle Teilnehmenden bei einer kleinen, von Anton Hofreiter frisch „gezwickelten“, Bierprobe überzeugen.