Begegnung mit Sigmar Gabriel (vormals Siggi Pop) zum neuen EEG

DSC_2390_1

Letzte Woche war Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei der Diskussion „Energiewende – Jobkiller oder Jobmotor“ im Nürnberger Rathaus zu Gast.

Anläßlich dessen gab es eine Demonstration von Bund Naturschutz und Bürgerenergiegesellschaften in Bayern, die sich gegen das neue EEG aussprachen. Konkret wurden Nachbesserungen beim Ausschreibungsmodell, der Direktvermarktung und den schwankenden Fördersätzen angemahnt. Dies sind Rahmenbedingungen, die kleine Bürgerenergiegesellschaften übermäßig belasten.

Bei der Demonstration waren auch AktivistInnen aus dem Landkreis Forchheim anwesend. Bilder gibts hier.
Schließlich konnte ich zusammen mit Herbert Barthel, Bund Naturschutz Bayern, einen offenen Brief an Herrn Gabriel übergeben, in dem Erleichterungen für Bürgerenergiegesellschaften gefordert werden: PM-070-14-Offener Brief an Bundesminister Sigmar Gabriel – Bitte Retten Sie die Bürgerenergiegesellschaften (2)

Herr Gabriel war über sein eigenes Gesetz nicht großartig informiert, denn er war sich sicher: „Dort sind Ausnahmen für Bürgerenergiegesellschaften vorgesehen.“ Wahrscheinlich wollte er darauf hinaus, dass im Gesetz zu Ausschreibungen „die Akteursvielfalt“ angemahnt wird. Leider ergibt sich diese Vielfalt aber nicht von selbst, vor allem wenn ein Gesetz darauf ausgerichtet ist, die siechen Energiekonzerne noch über die letzten Jahre zu schleppen. Außerdem habe die Bundesregierung doch handeln müssen (die böse EU!). Es ist doch wundersam wie die Bundesregierung bei einzelnen Themen (Genmais) ganz schnell Mehrheiten innerhalb der Staaten drehen kann und wie ihr bei anderen leider leider völlig die Hände gebunden sind.

Sorry, Siggi, diese Argumente sind nur noch aus der Mottenkiste. Wir haben aber aufmerksam registriert dass Sigmar G. zumindest öffentlich betonte, dass er die Bürgerenergiegesellschaften für wichtig hält und sich für sie einsetzen will. Außerdem soll der CO2-Preis steigen und die Kohleverstromung sinken.

Gut, wir werden erinnern! Wir nehmen das ernst.

 

 

GenossInnen vereinigt Euch!

Genossenschaften, vor allem im Energiebereich, schießen wie Pilze aus dem Boden. Das einfache Prinzip: Die Genossenschaft ist nicht der Gewinnmaximierung, sondern der Nutzenmaximierung der Mitglieder verpflichtet. Und: JedeR hat eine Stimme, unabhängig von der Geldeinlage. Die Menschen eignen sich die Wertschöpfung wieder selbst an. Auch in Krisenländern wie Griechenland werden dezentrale Bestrebungen vor Ort gerade jetzt intensiviert. Der Fränkische Tag hat sich des Themas im Internationalen Jahr der Genossenschaften angenommen. Mit einem kurzen Zitat bin ich dabei.

Energiegenossenschaft im Landkreis gegründet!

Unter tatkräftiger Mithilfe von Grünen ist die erste Energiegenossenschaft seit der offiziellen Energiewende im Landkreis Forchheim gegründet worden. Seit den Mahnwachen ist sehr viel passiert und ich freue mich, dass es konkrete Projekte mit BürgerInnenbeteiligung geben wird. Artikel in den NN von letzter Woche:

Start für Bürger-Energie  Genossenschaft in Gereonskapelle gegründet

  FORCHHEIM — 31 Frauen und Männer haben in der Forchheimer Gereonskapelle die Energiegenos­senschaft   „Bürger-für-Bürger-Ener­gie“ gegründet. 

Die Genossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuer­baren Energien im Landkreis zu erhöhen und dabei möglichst vielen Bürgern die Möglichkeit zu geben, daran mitzuwirken. Erste konkrete Projekte dazu sind schon in der Pla­nung. Im Juni ist etwa ein großes Mitmachtreffen in Gräfenberg geplant.

  In ihrer kurzen Ansprache blickte Mitinitiatorin Barbara Cunning­ham zunächst auf die monatelangen intensiven Vorbereitungen zurück und dankte allen Beteiligten für das große ehrenamtliche Engagement. Rüdiger Sudhoff und Bernd Kelch­ner erläuterten im Anschluss das Gründungsvorhaben. Danach stellte Wolfdieter von Trotha, der als Vertreter des Genossenschafts­verbands Bayern die Gründung begleitete, die Satzung der Genos­senschaft vor. Nach kurzer Bera­tung stimmten alle Anwesenden für ihre Annahme.  Direkt nach der Gründung fand die erste Generalversammlung statt. Die Mitglieder wählten Bar­bara Cunningham, Bernd Kelchner und Rüdiger Sudhoff einstimmig in den Vorstand. Bernhard Birnfeld, Landrat Reinhardt Glauber, Holger Kotouc, Wieland Uecker, Volker Wagner und Christoph Wurmthaler bilden den Aufsichtsrat.  @Wer Mitglied in der Genossen­schaft werden will, erhält alle dafür notwendigen Informatio­nen unter der E-Mail-Adresse info@bfb-energie.de