Und die Sonne heizt mit | LAG Energie hat ein Herz für Solarthermie

Nachdem auf der LAG Energie Mailingliste eine hitzige Debatte über Photovoltaik und Solarthermie stattgefunden hatte, wollten wir das Thema diesen Samstag genauer unter die Lupe nehmen. Wir sahen uns Praxisbeispiele an: Ein dörfliches Nahwärmeprojekt in Hallerndorf im Landkreis Forchheim, ein geplantes Projekt für 15 Häuser im städtischen Umfeld in Sauerlach und die Mega-Projekte der Erneuerbaren Wärmeversorgung bei unserem Nachbarn Dänemark. Dort umfassen die Projekte bis zu 21.000 AnschlussnehmerInnen.

Es wurde deutlich: In einer modernen erneuerbaren Nahwärmeversorgung kann Solarthermie immer eine wichtige Rolle spielen. Der Vorteil gegenüber rein strombasierten Technologien ist unbestritten die Möglichkeit zu speichern. Auch ist weder das Strommarktdesign optimal ausgelegt für eine flächendeckende Wärmeversorgung durch z.B. Wärmepumpen noch der zunehmende Bedarf an Erneuerbarem Strom, der bswp. durch Elektromobilität noch zunehmen wird. In jedem Fall muss Erneuerbare Wärme durch die Kraft der Sonne ergänzt werden, da die reine Heizung mit Biokraftstoffen flächendeckend nicht möglich ist.

Bundesrechnungshof kritisiert Energiewende – Schief gewickelt

Der Bundesrechnungshof kritisiert das Bundeswirtschaftsministerium. Kritikpunkte sind unter anderem mangelnde Abstimmung mit den Bundesländern und ineffiziente Förderprogramme. Hier stimme ich zu. Schief gewickelt sind die PrüferInnen allerdings in ihrem weiteren Urteil. Zuerst wird eine Art Kostendeckel für die Energiewende empfohlen, also „wieviel soll die Energiewende den Staat kosten“. Einen Kostendeckel hat das BMWi mit den Ausschreibungen bereits eingezogen. Die auszuschreibenden Mengen sind gedeckelt. Leider reichen diese Mengen nicht aus, um unsere Klimaziele zu erreichen. Die Frage muss doch anders gestellt sein: Wie will das BMWi unsere Energie- und Klimaziele erreichen? Und vor allem: Was kostet es, diese Ziele nicht zu erreichen. Was kostet es bei 30 oder 40 % Erneuerbaren im Strombereich (vom Wärmebereich reden wir noch gar nicht) stehenzubleiben und den Rest weiter mit fossilen Energien aufzufüllen?

Diese Rechnung gibt es übrigens schon, Agora Energiewende hat sie aufgestellt. Bei extrem konservativen Annahmen schneiden die fossilen schlechter ab. Während die Energiewende in ihren Kosten im Jahr 2050 auf 64 Milliarden Euro beziffert wird. Die Kosten für die fossilen liegen im Durchschnitt von 12 Szenarien bei 67 Milliarden Euro. Nicht eingerechnet sind die Schäden für Umwelt und Menschen!

Auch könnte der Bundesrechnungshof darüber reden, warum die Kosten für die privaten VerbraucherInnen (die EEG-Umlage) so ansteigt, obwohl nicht einmal 50 % direkt in die Förderung von Erneuerbaren Energien fließen. Ich bin sehr enttäuscht von der sehr oberflächlichen Betrachtungsweise unserer Geldhüter.

Krokodilstränen: Konzerne und der Atomausstieg #Energieblog

atomHeute gegen 10 Uhr verkündet das Bundesverfassungsgericht, ob die Bundesregierung drei Stromkonzerne für den Beschluss zum endgültigen Atomausstieg von 2011 entschädigen muss. Es geht hier um rund 19 Mrd. €. Beobachter erwarten ein sehr komplexes Urteil, das den Energieriesen möglicherweise auch nur in bestimmten Punkten stattgeben könnte. Welche Forderungen sich daraus am Ende ableiten lassen, ist deshalb kaum vorherzusagen. (Grafik: Stromreport)

Drei Atomriesen gegen die Bundesregierung

Geklagt haben die drei Energieriesen E-ON, RWE und VATTENFALL, die um die Feststellung kämpfen, dass die Entscheidung der Bundesregierung für den beschleunigten Atomausstieg einer Enteignung ihrerseits gleichkommt, für die sie nie eine Entschädigung erhalten haben.

Fukushima und die Laufzeitverkürzung

Nach dem Atomunglück in Fukushima im März 2011 wurde die im Vorjahr beschlossene Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Nuklearmeiler gekippt, acht der Anlagen mussten sofort vom Netz, alle anderen Betriebsgenehmigungen erlöschen bis spätestens 2022.

Präzedenzfall – 19 Milliarden Euro Entschädigung

Das Karlsruher Urteil soll die Basis für weitere Prozesse sein. Eine Gesammtsumme des Schadensersatzes für ihre wirtschaftlichen Einbußen haben die Energieriesen nie offen genannt, nach Schätzungen und Brancheninformationen handelt es sich allerdings summa summarum um rund 19 Milliarden Euro. Vielleicht wird der Klage auch nur teilweise stattgegeben. Zudem ist auch offen, ob und in welchem Umfang die Konzerne ihre Ansprüche dann durchsetzen würden.

Entsorgungspaket aus Berlin

In Berlin wird inzwischen ein Entsorgungspakt zu den atomaren Altlasten vorbereitet. Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der im Kern vorsieht, dass der Staat den Versorgern die Haftungsrisiken für die Endlagerung abnimmt. Für dieses Entgegenkommen sollten eigentlich alle Klagen fallengelassen werden.

Rechtsfrieden für Bürgerakzeptanz

„Ein Konsens braucht Rechtsfrieden“, so Sylvia Kotting-Uhl, unsere atompolitische Sprecherin im Bundestag, denn nur so kann der Pakt zwischen Staat und Energiekonzernen auch Akzeptanz in der Bevölkerung finden.

Gewinnen nun die Energieriesen vor dem Verfassungsgericht, so ist ihre Verhandlungsposition bei dem „Entsorgungspaket-Deal“ allerdings gestärkt.