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Gegen Sexismus und Nationalismus - Coburger Convent am Samstag

Am Samstag fand die grüne Bezirksversammlung in Coburg statt - anläßlich des Coburger Convents statt denn so konnten wir unsere
Versammlung praktischerweise gleich mit der Teilnahme an der Gegenkundgebung beschließen (300 TeilnehmerInnen).

Zur Erklärung sei von der Homepage des CC zitiert:
"Der Coburger Convent (CC) ist einer der großen Korporationsverbände mit 96 Studentenverbindungen klassischen Typs an 45 Hochschulorten in Deutschland und Österreich.
Die CC-Korporationen sind ausnahmslos farbentragend und pflichtschlagend und vertreten das Toleranzprinzip."

Toleranz - allerdings beispielsweise nicht für Frauen, denn "im Arbeitgeberverband sind ja auch keine Arbeitnehmer", so das original Argument eines Teilnehmers einer vom
Bündnis organisierten Podiumsdiskussion, die hier auch (in allerdings schlechter Qualität) zu sehen ist:
http://www.youtube.com/watch?v=bSWj71y6aW0
Unter diesem Link solls bald eine Audio-Datei geben:
http://coburgerconvent.blogsport.de/

Für elitäre, nationalistische Männerbünde ist im Jahr 2010 kein Platz mehr!!

In derselben Diskussion meinte ein Sachkundiger: Es gibt manche Studentenbedingungen, deren Dachverbände auch österreichische Studentenverbindungen aufnehmen, da die Ansicht herrscht, dass das deutsche Volk in seinem "geschichtlichen und geistigen Sinn auch außerhalb Deutschlands lebt, also bspw. in Österreich." Viele denken wohl immer noch in Dimensionen eines großdeutschen Reiches...

Wie ein Coburger Grüner erzählte, der sich im Aktionsbündnis gegen den Konvent engagiert, arbeitet die Polizei diesmal mit besonderen Einschüchterungsmaßnahmen.
Es geht soweit dass auch niemand mehr dem Bündnis einen Raum vermietet, weil gegen wahlweise linke/anarchistische Gruppen gehetzt wird.

Die Resolution der Bezirksgrünen zu dem Thema:
Anlässlich der Kreisvorständeversammlung
Coburg, den 20. Mai 2010

Die Kreisvorsitzenden der oberfränkischen Grünen fordern vor dem Hintergrund des alljährlichen Pfingstkongresses des Coburger Convents:

Wer in unserer Gesellschaft Menschen aufgrund ihres Geschlechts ausgrenzt, handelt undemokratisch. Die gezielte Förderung von männlichen Akademikern unter klarem Ausschluss von Frauen, lehnen wir ab. Organisationsstrukturen, die darauf abzielen Frauen aus führenden Positionen in unserer Gesellschaft auszuschließen, sind nicht vereinbar mit einer freiheitlichen und pluralistischen Gesellschaft. Wir fordern ein klares Bekenntnis aller Demokraten zu Geschlechtergerechtigkeit, zu kultureller Vielfalt und Toleranz.

Pflichtschlagende, farbentragende Studentenverbindungen begeben sich durch die Nutzung von Symbolen und Ritualen - von militärisch anmutende Uniformen bis zu Fackelmärschen als Ausdrucksform ihrer Zusammengehörigkeit - bewusst in eine bedenkliche Nähe zur chauvinistischen und nationalistischen deutschen Vergangenheit. Wir fordern die Studentenverbindungen auf, sich deutlich von rechtem Denken und Handeln zu distanzieren und alles zu vermeiden, was dieses fördert.

Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus breiten sich schleichend aus und sind in der Mitte unserer Gesellschaft angelangt. Allein im Jahr 2008 wurden 20.000 rechtsextrem motivierte Straftaten zur Anzeige gebracht. Die erschreckende Zahl zeigt, Rechtsextremismus zu bagatellisieren ist gefährlich. Wer sich von diesem Denken nicht deutlich distanziert, wendet sich gegen den demokratischen Grundkonsens unserer Gesellschaft. Wir fordern eine Stärkung der Zivilgesellschaft durch eine Weiterentwicklung von Programme gegen Rechts.

Und hier noch mal die Gegenstimme, der CC wie er sich selbst sieht (und damit auch entlarvt)...:

"Der Coburger-Convent, in dem seit 1951 akademische Landsmannschaften und Turnerschaften vereinigt sind, benennt sich nach seiner Kongressstadt Coburg. Hier findet alljährlich zu Pfingsten der Verbandskongress statt. Auf dem Coburger Generalconvent werden die Geschicke des Verbandes von Aktiven (Studenten) und Alten Herren (Akademiker im Berufsleben) demokratisch entschieden.

In unsicheren Zeiten bewähren sich gute Verbindungen

Wir – eine lebendige Gemeinschaft von Studenten und Akademikern – pflegen über Generationen hinweg Freundschaft und Toleranz. Wir studieren gemeinsam, tauschen Erfahrungen aus, diskutieren und bilden unsere Persönlichkeit. Feiern können wir ebenfalls recht gut.

Traditionen leben wir, indem wir Farben tragen und das akademische Fechten lernen. Extremismus und Intoleranz sind uns verhaßt. Wir leben im Heute und planen unsere Zukunft. Desinteresse am Studium und die Suche nach dem eigenen Vorteil passen nicht zu uns.

Wir verlangen viel und wir bieten viel – in ein Raster und Klischee passen wir nicht."

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